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 Gang durch dunkle Gassen

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Phönixfeder
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BeitragThema: Gang durch dunkle Gassen    Mi 14 Jul 2010, 15:43

Da haben wir schon unsere zweite Übung

Diesmal handelt es sich um eine Beschreibung in der dritten Person.
Versetzt euch in eine altertümliche Stadt...leere,dunkle Gassen warten vor eurer Figur.
Entscheidet euch für eine Gasse und lasst eure Figur hinein treten.
Beschreibt nun die Gefühle dieser Person, was sie durchmacht, was sie sieht...
Schreibt es hier auf und seit gespannt was daraus wird.


Viel Spaß dabei!


Zuletzt von Phönixfeder am So 25 Jul 2010, 19:01 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Phönixfeder
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Di 20 Jul 2010, 16:37

So, dann werde ich hier mal den Anfang machen!



Die dunkle Gasse

Der Abend war noch jung, doch in der winterlichen Zeit war es bereits früh dunkel geworden. Die Kälte zwickte bereits an der Haut und das anhaltende Nieseln sank aus dem Nachthimmel herab und tränkte die Kleidung, der eingehülten Frauengestalt, die am Rande des Marktplatzes stand. Ein streunender Hund kam, aus der linken Seitengasse gerannt und nahm der jungen Frau die Entscheidung ab. Mit einem Blick auf den Hund, trat sie in die dunkle, rechts liegende Gasse und verschwand.
Ihr Magen kribbelte innerlich und die Härchen, auf ihrer Haut richteten sich auf.
Zu dieser Zeit waren nur wenige Leute unterwegs, was wohl auch mit den Nachrichten, der letzten zwei Wochen zu tun hatte. Die Zeitungen waren voll, vom engelhaften Mörder, der hier sein Unwesen trieb. Engelshaft deswegen, weil er seine Opfer in weiße Nachthemden hüllte und ihnen, abgetrennte Gänseflügel an den Rücken band.
Die junge Frau schüttelte sich. In ihrem Hals hatte sich ein dicker Kloß gebildet, der einfach nicht verschwinden wollte. Und obwohl sie sich langsam und bedächtig fortbewegte, raste ihr Puls und schlug ihr bis zum Hals. Ihre Hände waren schwitzig und zitterten, vor Aufregung. Ihr Atem wollte sich nicht beruhigen.
Regelmäßig blieb sie stehen und schaute sich ängstlich um, und obwohl sie kaum etwas erkennen konnte, hatte sie die Augen weit aufgerissen. Langsam beschleunigte sie ihre Schritte. Da, ein Geräusch. Sie fuhr zusammen und ein leiser, schiefer Schrei löste sich aus ihren Lippen. Sie blieb nicht stehen, schneller und schneller wurden ihre Füße, ebenso ihr Atem und der dazu gehörige Puls, der ihr nun in den Ohren dröhnte.
Eine Rate sprang ihr entgegen, quiekte laut und machte sich wieder davon. Dann ertönte das Geräusch, von davor wieder, jetzt lauter und näher.
Die junge Frau rannte nun so schnell ihre Beine sie trugen. Die Panik trieb ihr die Tränen auf die glühenden Wangen und schließlich schrie sie vor Angst. Das Geräusch verfolgte sie, wurde lauter und bedrohlicher und trieb sie vor sich her, wie ein Bauer seine Kuh, auf die die Schlachtbank wartete.
Die junge Frau rannte weiter, stolperte schließlich aus der engen Gasse heraus und fand sich zwischen einer handvoll Menschen wieder. Atemlos stützte sie sich an eine Wand und fasste sich an die Brust, dann richtete sie sich auf und sah in die dunkle Gasse hinein, aus der nur noch ein irres Lachen zu hören war.



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Emma
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Do 22 Jul 2010, 14:52

Is ja gruselig.
Ich konnte mich richtig hinein versetzen.
Hoffe es kommen noch mehr Versuche, auch von anderen.
Ja, ich werd mich demnächst auch dran versuchen

Emma
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Phönixfeder
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Do 22 Jul 2010, 18:24

Schön das es dir gefallen hat.
Na da bin ich richtig gespannt, was du uns zu lesen gibst (und natürlich die anderen User)

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Max Riley
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Di 03 Aug 2010, 01:42

Versuch von mir

Gang durch Gasse

Kühn wollte er sein, seinen Mut unter Beweis stellen, schließlich war ja auch nichts dabei. Lediglich eine Gasse galt es zu durchqueren, bei Nacht, in völliger Finsternis. Warum sollte man sich davor fürchten?
Doch schon nach den ersten Schritten zögerte Jack. Vor ihm schien das absolute Nichts, eine abgrundtiefe Schwärze, ohne Anfang, ohne Ende. Bereits an den brüchigen Ecken der alten Gemäuer verblasste der spärliche Schein lodernder Fackeln die zahlreich die Straße, aus welcher der Junge kam, erleuchteten. Hier gab es keine brennenden Feuer, keinen noch so schwachen Schein, nicht einmal ein Zwielicht, an das sich die Augen in kurzer Zeit hätten gewöhnen können um wenigstens irgendwelche, wenn auch verschwommene Konturen zu erahnen. Selbst Sterne verbargen sich unter einem eigenartigen, geheimnisvollen Mantel während der Himmel übergangslos mit den Dächern der heruntergekommen Häuser verschmolzen zu sein schien.
Der Knabe schluckte. Seine Kühnheit, ebenso rasch war sie verschwunden wie der gleichmäßige Klang seiner Schritte auf dem feuchten Kopfsteinpflaster. Unsicher warf er einen Blick über seine Schulter, hinaus auf die helle Straße, zu den Jungs denen er imponieren, zu denen er gehören wollte. Feigling schimpften sie ihn, lachten über Jack der sich vorsichtig voran schlich, sich weiter in die Dunkelheit vorwagte.
Ein beklemmendes Gefühl kroch in seine Glieder, als würde die Finsternis selbst nach ihm greifen, an ihm zerren, ihn mit dem schweren, schwarzen Mantel erdrücken wollen.
Der Junge badete bereits in seinem eigenen Schweiß. Über seine Stirn, wie auch seinen schmutzigen Wangen zogen sich schmierige Bahnen. Wild schlug sein Herz, als würde es aus seiner Brust springen wollen. Trotzdem wagte Jack sich weiter, wurde von der Finsternis nun völlig verschluckt.
Nichts konnte er erkennen, war wie Blind. Er konnte nur fühlen, sich an der Wand der Gebäude vorantasten. Kaltes Wasser drang durch seine löchrigen Schuhe, als er in eine Pfütze getreten war, durch die kleine Unebenheit fast zu Fall kam. Das aber störte ihn nicht.
Diese Dunkelheit, sie zerrte an seinen Nerven. Er fühlte sich von ihr beengt, gar bedroht. Geräusche, welchen er am Tage keinerlei Beachtung schenkte, wirkten wie dämonische Kreaturen die hier auf ihn lauerten, drauf warteten Jack zu holen.
Er hörte sie, hörte sie genau, wie scharfe Krallen über feuchten Stein kratzten, sich ihm näherten. Ein heißeres Fauchen, direkt vor ihm, entlockte Jack einen Schreckensschrei. Furchtsam wich er mehrere Schritte zurück, bereit die Beine in die Hand zu nehmen, als die Katze miauend vor ihm flüchtete. Der Knabe konnte nicht mehr. Krampfhaft unterdrückte er das Schluchzen, die den Jungs draußen seine Tränen verarten würden. Er wollte nur noch raus. In seinem Hals steckte ein dicker Kloß. Wie Trommelschläge hämmerte es unter seinen Schläfen. Jack fühlte sich in seinen schlimmsten Alpträumen gefangen, in welchen er vor einer Gefahr floh, so schnell wie möglich rannte, bis die Lungen brannten, dennoch nicht von der Stelle kam, während die Bedrohung näher und näher kam und schließlich einholte.
So schnell es ging, tastete er sich weiter, schluchzte bereits unverhohlen. Inzwischen war es ihm egal, was die Jungs ihn hörten, was sie von ihm dachten. Nur raus wollte er. Diese Taubheit in seinen Beinen, die lähmende Furcht, die ihn zurückhalten wollte die Gasse zu betreten, wie weggeblasen war sie nun. Beflügelt waren sie plötzlich, befreit von jeglicher Last als ein Zwielicht Umrisse erahnen ließen.
Jack sah ein flackerndes Licht, das Ende der Gasse. Er rannte los, vergaß jede Vorsicht, nur den Gedanken im Kopf aus dieser Dunkelheit zu entfliehen. Völlig außer Atem sank er schließlich auf die Knie, schnappte nach Luft als er endlich die andere Seite erreichte. Hemmungslos begann er zu heulen, ob vor Furcht, oder Glücksgefühlen endlich diese Finsternis hinter sich gelassen zu haben, das hätte der Knabe nicht beantworten können. Doch als er über seine Schulter blickte, den anderen Eingang der Gasse betrachtete, überkam ihn ein neuerlicher Schauer.
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Di 03 Aug 2010, 07:09

Eine schöne Szene, sehr gefühlsbeladen.
Vielleicht hätte die Gasse selbst noch ein wenig mehr beschrieben werden können.
Aber ansonsten eine tolle Arbeit.
Ich hab irgendwie rausgelesen, das es eine Art Mutprobe war!? Tolle Idee.
In einigen Sätzen war ein wenig viel... also so die ersten waren mit sehr vielen Gefühlen und so bepackt...vielleicht das sogenannte "Anfangsproblem"!? (hab ich auch des öfteren.) *g*
Liest sich aber danch wirklich gut und macht Spaß.
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Di 03 Aug 2010, 08:30

Ich finde beide Ideen sehr gelungen. Beide Varianten verleiten dazu, dass man weiter lesen will, weil man wissen möchte, wie es letztlich ausgeht.
Bei Phönixfeders Variante fragt man sich, ob sie noch einmal auf diesen Kerl(?) trifft und bei Max Rileys Variante möchte man unbedingt wissen, möchte man wissen, was Jack jetzt sieht.
Beides wirklich sehr gelungen.
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BeitragThema: Re: Gang durch dunkle Gassen    Di 03 Aug 2010, 18:55

Danke für deine Kommentare! Freue mich wenn es dir gefallen hat...und vielleicht versuchst du dich ja auch mal an einer Übung!? Trau dich ruhig!
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